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Fisch: Hilfspakete decken Shutdown von zwei bis drei Monaten ab

Die Ausbreitungsdynamik von Covid-19 beginnt sich nach China und Südkorea jetzt auch im bisher am stärksten betroffenen Italien leicht abzuschwächen. Die Geschwindigkeit von Neuinfektionen nimmt ab und Italiens Kurve nähert sich der Kurve von China an. Die USA bleiben aber noch eine Black Box.

Beat Thoma, CIO von Fisch Asset Management
Beat Thoma, CIO von Fisch Asset Management© Fisch AM

Hier sind die gemeldeten Zahlen vorerst noch nicht aussagekräftig, da umfangreiche Tests erst jetzt massiv anlaufen. Die kommenden Tage zeigen dann ein realistischeres Bild der Situation in den USA und beeinflussen die Finanzmärkte entsprechend.

Hilfpakete kosten zehn bis 15 Prozent des BIP
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Zumindest war die Reaktion der Finanzmärkte auf die katastrophalen und über den Erwartungen liegenden Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA ein positives markttechnisches Zeichen, aber vorerst nicht mehr", sagt Beat Thoma, CIO von Fisch Asset Management. "Die Hilfspakte der Regierungen und Notenbanken liegen mittlerweile in einer Größenordnung von 10 bis 15 Prozent des jährlichen BIP. Damit ist eine Shutdown-Periode von zwei bis drei Monaten abgedeckt. Wenn sich eine Lockerung der Shutdowns schon früher abzeichnet, dann ist mit einer schnellen und kräftigen Erholung zu rechnen. Der Grund dafür sind die massiven Liquiditätsspritzen, die dem System in diesem positiven Szenario sehr viel Energie zuführen."

Die Aktienmärkte weltweit haben derzeit rund zwei Monate Shutdown eingepreist
Dementsprechend werden Abweichungen von diesem Fahrplan zu entsprechenden Auf- oder Abwärtsbewegungen führen. Langfristig wird auch bei einer positiven Entwicklung der Pandemie zumindest in einigen Sektoren mit länger anhaltenden strukturellen Schäden zu rechnen sein. Und bei den Kreditmärkten müssen das Investment-Grade-Segment und das High-Yield-Segment separat betrachtet werden. Die von der US-Notenbank angekündigten Käufe von Investment-Grade-Unternehmensanleihen sorgen hier für bessere Aussichten und eine erhöhte Marktliquidität im Vergleich zum Bereich High Yield. "Wenn die Covid-19-Thematik nicht eskaliert und der aktuelle monetäre und fiskalpolitische Feldzug gegen die Folgen der Epidemie erfolgreich sein wird, besteht die berechtigte Hoffnung, dass die bisher massiven Kursrückgänge im Anlagejahr 2020 ein gutes Stück weit wieder aufgeholt werden“, meint Thoma. (kb)

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