Institutional Money, Ausgabe 4 | 2024

Förderer von kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht beteiligt sind. Daher ist die Entscheidungsfindung in unserem Kuratorium sachorientiert und einvernehmlich. Aber Sie werden doch zu bestimmten politischen Fragen oder Entwicklungen Stellung nehmen? Michael Dittrich: In aller Regel äußern wir uns ausschließlich aus den Erkenntnissen unserer Arbeit heraus. Wir haben kein politisches Mandat. Und anders als ein Naturschutz- bund oder ein Bund für Umwelt und Naturschutz Deutsch- land haben wir keine Mitglieder, deren Interessen wir ver- treten könnten. Insofern nehmen wir Stellung, wenn wir aus unserer Arbeit heraus entsprechende Erkenntnisse haben und in einer Diskussion mit harten Fakten beitragen können. Aber wir sind kein Akteur, der Forderungen an die Politik stellt. Das ist nicht unsere Rolle. Wie muss man sich den Umgang einer DBU mit dem Thema Kapitalanlage vorstellen? Gibt es eine Art Gremium oder ein Port- foliomanagement, das die Anlageentscheidungen trifft? Michael Dittrich: Es gibt zum einen den Anlageausschuss, dessen Mitglieder aus den Reihen des Kuratoriums berufen werden. Zweimal jährlich tritt dieser Ausschuss zusammen, um über unsere Anlagerichtlinien zu entscheiden, aber auch um wesentliche Entscheidungen zum strategischen Asset Management der DBU zu treffen. Da geht es in erster Linie um grundsätzliche Themen wie etwa das Für und Wider in Bezug auf den Einstieg in eine neue Assetklasse oder auch die Festlegung oder Veränderung von bestimmten Limits bezüglich einzelner Anlageformen. Dann findet das Tagesgeschäft an anderer Stelle statt? Michael Dittrich: Die operative Tätigkeit – also die Frage, in welche Aktie wir investieren, welche Anleihe wir auswählen oder an welcher Immobilie wir uns beteiligen – übernimmt im Rahmen der vom Anlageausschuss beschlossenen Anla- gerichtlinien unser Managementteam hier im Haus. Das sind vier Investmentexperten, alle mit einem Bankenhinter- grund. Drei Mitglieder dieses Teams sind spezialisiert auf jeweils die Investmententscheidungen in den Bereichen Aktien, Anleihen und Sachwerte. Der Vierte übernimmt, bewusst getrennt von den Investmententscheidern, das Controlling sowie das Risikomanagement und überwacht die Einhaltung von Anlagerichtlinien und -grenzen. Wie sieht denn die Struktur des DBU-Portfolios derzeit aus? Michael Dittrich: Wir verwalten derzeit Assets in einer Grö- ßenordnung von insgesamt 2,9 Milliarden Euro, die sich zu- sammensetzen aus dem Stiftungskapital in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro zuzüglich stiller Reserven, die nicht bilanziert sind.Das sind Kurswertreserven in verschiedensten Papieren sowie noch nicht ausgezahlte Fördermittel.Was die Portfoliostruktur betrifft, sind wir derzeit zu rund 55 Prozent Unermüdlicher Förderer von Umwelt- und Naturschutz Michael Dittrich ist stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und leitet seit 2001 die Abteilung Finanzen und Verwaltung. In dieser Funktion ver- antwortet er die Vermögensanlage der Stiftung, die ein Kapital von etwa 2,9 Milliarden Euro verwaltet, sowie die Bereiche Per- sonal, IT und das finanzielle Projektcontrolling. Dittrich ist zudem Prokurist in den Tochtergesellschaften der DBU, dem Zentrum für Umweltkommunikation und der DBU Naturerbe GmbH. Als Lehrbeauftragter unterrichtet er an der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Hochschule Osnabrück. Im Juni 2022 wurde Dittrich vom Bundesministerium der Finanzen und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz in den Sustainable- Finance-Beirat der Bundesregierung berufen. 74 N o . 4/2024 | institutional-money.com THEORIE & PRAXIS | Michael Dittrich | Deutsche Bundesstiftung Umwelt FOTO: © JOSE POBLETE » Wir sind kein Akteur, der Forderungen an die Politik stellt. Das ist nicht unsere Rolle. « Michael Dittrich, Leiter Kapitalanlagen, DBU

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